UnternehmensfĂŒhrung und -steuerung
Die 6 wichtigsten Bestandteile einer erfolgreichen GeschÀftsidee
âEine Schwalbe macht noch keinen Sommer”
Ebenso ist eine gute Idee allein noch lange kein Garant fĂŒr eine erfolgreiche ExistenzgrĂŒndung. Eine solide GeschĂ€ftsidee besteht aus mehreren unzertrennlichen Elementen die wie ZahnrĂ€der ineinander greifen. In diesem Artikel verrate ich dir die 6 wichtigsten Bestandteile einer GeschĂ€ftsidee, die du nicht nur fĂŒr ein erfolgreiches Business, sondern auch fĂŒr eine erfolgreiche PrĂŒfung zum Handelsfachwirt kennen solltest.
Bestandteile einer GeschÀftsidee

Bestandteile einer GeschÀftsidee
Sortiment / Leistungsangebot

âDurch die zunehmende Homogenisierung bzw. Standardisierung von Produkten werden zusĂ€tzliche Dienstleistungen fĂŒr Handelsunternehmen immer wichtiger, um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden.â
Bereits hier zeigt sich, wie das Sortiment und der Kundennutzen miteinander verbunden sind und wie ZahnrĂ€der ineinandergreifen. Die Gestaltung des Sortiments ist die Hauptaufgabe eines Handelsunternehmens und stĂŒtzt sich auf die Ergebnisse der Marktanalyse. So hat beispielsweise die Analyse des Konsumverhaltens Auswirkungen darauf, wie das Sortiment dimensioniert und strukturiert wird.
Zusammensetzung des Sortiments
GrundsĂ€tzlich unterscheidet man bei der Zusammensetzung des Sortiments zwischen der Tiefe und der Breite. WĂ€hrend die Tiefe (alternatives Warenangebot) beschreibt, wie viele unterschiedliche Waren innerhalb einer Warengruppe angeboten werden, bezeichnet die Breite (additives Warenangebot) die Anzahl der verschiedenen Warengruppen im Sortiment. Ein Discounter verfĂŒgt beispielsweise ĂŒber eine hohe Sortimentsbreite im Bereich der Nahrungsmittel. Allerdings besitzt sein Sortiment mit Blick auf das Weinangebot nur eine geringe Sortimentstiefe. Genau anders herum sieht die Situation bei einem WeinhĂ€ndler aus, der zwar sehr viele Weine fĂŒhrt, aber nur wenige andere Produkte, die zum Weinverkauf passen. So zum Beispiel Korkenzieher, Dekanter oder WeinglĂ€ser.
Bestandteile einer GeschÀftsidee
Der Kundennutzen

Wie sich der Kundennutzen letztendlich ausgestaltet, ist sehr stark von der Zielgruppe und dem Zielmarkt abhĂ€ngig. Der Kundennutzen kann beispielsweise in Gestalt von gĂŒnstigen Preisen, hoher ProduktqualitĂ€t, zusĂ€tzlichen Serviceleistungen, kurzen Lieferzeiten oder auch individuellen Beratungsangeboten daherkommen.
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Bestandteile einer GeschÀftsidee
Die Innovation

Diese beiden Zitate verdeutlichen zwei völlig unterschiedliche Sichtweisen auf die Wirtschaftswelt und unterstreichen damit die Bedeutung der Innovation fĂŒr die Fortentwicklung der Wirtschaft. Es war schlieĂlich Ford, der sich ĂŒber die Gedankenblockade Daimlers hinwegsetzte und das Automobil durch die innovative FlieĂbandfertigung zu einem Massenprodukt machte. Alleine im Jahr 2016 wurden weltweit ĂŒbrigens 95 Millionen Kraftfahrzeuge produziert.
Die Innovationskraft kann dabei in unterschiedlicher Weise Bestandteil der GeschĂ€ftsidee sein. Innovationen mĂŒssen also nicht zwangsweise ein Produkt selbst betreffen, sondern können auch im Zusammenhang mit Vertriebswegen, dem Marketing oder der Kundenbetreuung stehen. Wichtig sind Innovationen fĂŒr ein neues Unternehmen aber in jedem Fall. So ergeben sich neben neuen MĂ€rkten auch neue KundenbedĂŒrfnisse, die der GrĂŒnder durch seine Innovation als Erster befriedigen kann und damit einen groĂen Teil des Marktes fĂŒr sich beanspruchen wird.
Beispiel Google
Ein gutes Beispiel fĂŒr ein solches Erfolgsmodell ist der US-Konzern Google, der als Erster eine zuverlĂ€ssig funktionierende Suchmaschine fĂŒr das Internet bereitstellen konnte. Ausdruck der aktuellen Marktmacht ist ein globaler Marktanteil von rund 95 Prozent im Jahr 2019.
Bestandteile einer GeschÀftsidee
Der Standort

Faktoren zur Auswahl eines passenden Standortes
Einzugsgebiet
Das Einzugsgebiet entscheidet darĂŒber, wie viele potenzielle Kunden ein stationĂ€res Unternehmen in der Zielregion hat. Je gröĂer die Zielregion (Gemeinde, Stadt etc.), desto gröĂer ist das Einzugsgebiet. Anbieter des tĂ€glichen Bedarfs wie Backwaren oder Zeitschriften brauchen bspw. kein groĂes Einzugsgebiet. FĂŒr MöbelhĂ€user oder ElektrofachmĂ€rkte hingegen spielt die GröĂe des Einzugsgebietes eine entscheidende Rolle.
Kaufkraft
Welches stationĂ€re GeschĂ€ft wo am besten aufgehoben ist, ist von der Kaufkraft in einer Region abhĂ€ngig. WĂ€hrend sich ein Juwelier im Herzen MĂŒnchens wohl bester Umsatzzahlen erfreut, dĂŒrfte das GeschĂ€ft in strukturschwachen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns eher schwierig werden.
Energiekosten
Energieintensive Unternehmen wie Stahlproduzenten sind kaum mehr in Deutschland zu finden. Das liegt schlicht daran, dass die Energiekosten hierzulande um ein Vielfaches höher sind als beispielsweise in Osteuropa oder Asien. Ein in Deutschland fertigender Stahlproduzent wĂ€re demnach international nicht konkurrenzfĂ€hig, sodass die GeschĂ€ftsidee hierzulande nicht funktionieren wĂŒrde.
Transportkosten
Da Handelsunternehmen einen hohen Warenumschlag haben bzw. Online-HĂ€ndler zahlreiche Sendungen aufgeben, hĂ€ngt der Standort von den Transportkosten ab. Ein Online-Versender fĂŒr MeeresfrĂŒchte positioniert sich beispielsweise möglichst nahe am Hamburger GroĂmarkt, um die Fahrtkosten fĂŒr energieintensive KĂŒhltransporte zu minimieren.
Personalkosten
Wer eine personalintensive GeschÀftsidee verfolgen möchte, muss bei seiner Standortwahl auf das Lohnniveau achten, das auch innerhalb Deutschlands durchaus variieren kann. Nicht umsonst befinden sich viele Call-Center beispielsweise in den neuen BundeslÀndern.
Verkehrstechnische Anbindung
Die Verkehrsanbindung ist sowohl fĂŒr Logistikunternehmen als auch fĂŒr Firmen mit Publikumsverkehr ein enorm wichtiger Standortfaktor. WĂ€hrend eine Lkw-Spedition in der NĂ€he eines Autobahnkreuzes definitiv Vorteile genieĂt, wird diese sich in einer Innenstadtlage schwertun. Ăhnlich schwierig sieht es bei einem Einzelhandelsunternehmen aus, das sich fernab von zentralen Verkehrswegen auf dem platten Land ansiedelt.
Vorhandene Agglomerationseffekte
Als Agglomerationseffekt bezeichnet man das PhĂ€nomen, dass sich mehrere Unternehmen aus einer Ă€hnlichen Branche an einem Ort verdichten, da sie Ă€hnliche Zielgruppen ansprechen. Durch diese Synergiewirkung verstĂ€rkt sich die AttraktivitĂ€t des Standorts fĂŒr alle beteiligten Unternehmen. Ein in Deutschland sehr prĂ€sentes Beispiel fĂŒr den Agglomerationseffekt sind Gewerbegebiete. Typischerweise gruppieren sich um einen Generalisten mit hoher Strahlkraft wie Lidl oder Aldi Spezialisten wie GetrĂ€nkemĂ€rkte, Drogerien oder Imbissbetriebe.
Steuern und Abgaben
Wie bereits in einem vorherigen Beitrag zur Vorbereitung auf die PrĂŒfung zum Handelsfachwirt IHK erwĂ€hnt, liegt der Hebesatz der Gewerbesteuer hierzulande je nach Gemeinde zwischen 200 und 500 Prozent. Es ist also kaum verwunderlich, dass Gemeinden mit einem geringen Hebesatz viele Unternehmen anlocken, fĂŒr die andere Standortfaktoren eine geringere Bedeutung haben. WĂ€hrend sich ein Juwelier aufgrund der Kaufkraft trotz eines Hebesatzes von rund 500 Prozent in der MĂŒnchner FuĂgĂ€ngerzone ansiedelt, schlĂ€gt ein VersandhĂ€ndler sein Quartier gerne auch auf dem Land auf.
Konkurrenzsituation
Konkurrenz belebt zwar das GeschĂ€ft, zu viel Konkurrenz jedoch lĂ€sst den potenziellen Markanteil eines Unternehmens schwinden. Mit Hilfe einer Konkurrenzanalyse lĂ€sst sich herausfinden, welche StĂ€rken und SchwĂ€chen die Konkurrenz in der Zielregion hat. Somit kann entschieden werden, ob sich die Ansiedlung an einem Standort lohnt oder nicht. Besonders kritisch ist dieser Standortfaktor im Gastronomiebereich. So hat die Konkurrenz auf einer Partymeile einerseits einen groĂen Agglomerationseffekt. Andererseits steigt durch die enorme Konkurrenz auch die Gefahr des Scheiterns. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Halbwertszeit von NeugrĂŒndungen im Gastronomiebereich besonders niedrig ist.
Bestandteile einer GeschÀftsidee
Die MartkgröĂe

Bestandteile einer GeschÀftsidee
Die Vertriebsstrategie

Beispiel AMAZON
Das wohl aktuellste Beispiel fĂŒr ein E-Commerce-Unternehmen, das sein Knowhow aus dem modernen Versandhandel nutzt, um im stationĂ€ren Handel FuĂ zu fassen, ist Amazon. In Seattle hat der Konzern unter dem Namen âAmazon Goâ bereits im Jahr 2016 einen kassenlosen Selbstbedienungssupermarkt eröffnet. Sowohl in den USA als auch in Europa sind zukĂŒnftig weitere Stores geplant, die das Schlange stehen beim Wocheneinkauf dank modernster RFID-Technologie der Vergangenheit angehören lassen.
Letztendlich zeigt sich, dass die sechs genannten Bestandteile einer GeschÀftsidee nicht nur essentiell, sondern auch gleichwertig sind. Die zahlreichen Schnittstellen zwischen den einzelnen Bestandteilen machen deutlich, dass diese nicht komplett isoliert betrachtet werden können. Wird ein Teil vernachlÀssigt oder fehlt er ganz, ist auch die GeschÀftsidee zum Scheitern verurteilt.
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Lernkarten Verlag Inh. David Guttmann
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